Wenn bei einer Google-Suche oben eine KI-Zusammenfassung erscheint – Google nennt das „AI Overview“, eine automatisch generierte Antwort direkt über den klassischen Suchergebnissen –, klicken deutlich weniger Menschen auf die Website-Links darunter. Das ist keine Vermutung, sondern inzwischen mehrfach unabhängig gemessen worden. Für Betriebe, die auf Google-Suchtreffer als Kundenquelle angewiesen sind, ist das relevant. Wie stark der Effekt ist und was er konkret bedeutet, lohnt einen nüchternen Blick auf die Daten.
Was die Zahlen zeigen
Das Pew Research Center hat 2025 knapp 69.000 reale Google-Suchen von rund 900 US-Nutzern ausgewertet. Ergebnis: Erschien eine KI-Zusammenfassung, klickte nur noch etwa jeder Zwölfte (8 Prozent) auf ein Suchergebnis darunter. Ohne KI-Zusammenfassung war es fast jeder Siebte (15 Prozent) – fast doppelt so viele. Ein Klick auf einen der Links, die innerhalb der Zusammenfassung selbst zitiert werden, kam sogar nur bei etwa 1 von 100 Suchen vor.
Das heißt nicht, dass die Suche verschwindet oder niemand mehr klickt. Es heißt: Wer bisher mit einem guten Google-Ranking Anfragen bekommen hat, bekommt bei genau den Suchbegriffen, zu denen Google eine Zusammenfassung anzeigt, spürbar weniger davon.
Wird der Effekt schlimmer?
Ja, laut einer im Februar 2026 veröffentlichten Ahrefs-Auswertung. Sie vergleicht die Klickrate auf die jeweils bestplatzierte Seite bei rund 300.000 Suchbegriffen zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025. Mit derselben Methode lag der gemessene Klickrückgang im April 2025 noch bei 34,5 Prozent – im Februar 2026 bei 58 Prozent. Der Effekt hat sich also innerhalb weniger Monate deutlich verstärkt, nicht abgeschwächt.
Betrifft das jede Branche gleich stark?
Nein – und das ist der Teil, der in der Diskussion oft untergeht. Eine Auswertung von Amsive fand für sogenannte Branded Searches (Suchanfragen, bei denen Nutzer bereits nach einem konkreten Firmen- oder Markennamen suchen) sogar eine steigende Klickrate von rund 18 Prozent. Wer also schon namentlich gesucht wird, ist von KI-Zusammenfassungen offenbar weniger betroffen als bei allgemeinen, themenbezogenen Suchanfragen ohne Markennamen. Genaue Zahlen für einzelne Branchen wie Handwerk oder lokale Dienstleistungen liegen öffentlich noch nicht vor – das lässt sich seriös nicht behaupten, nur die Tendenz: informationelle Suchen ohne Markenbezug trifft es stärker als Suchen, bei denen der Nutzer schon weiß, wen er sucht.
Was heißt „KI-Sichtbarkeit“ dann konkret?
Eine KI-Zusammenfassung entsteht, indem Google-Systeme (und vergleichbar arbeitende KI-Suchen wie ChatGPT oder Perplexity) Inhalte von Websites automatisch auslesen und daraus eine Antwort zusammenfassen. Dafür müssen diese Systeme eine Seite technisch überhaupt erfassen und verstehen können. Das ist etwas anderes als die Frage, ob die eigene Marke in einer bestimmten KI-Antwort namentlich erscheint – das lässt sich von außen nicht zuverlässig prüfen und schon gar nicht garantieren.
Was sich dagegen prüfen lässt, sind die technischen Voraussetzungen dafür, dass KI-Systeme eine Website überhaupt zuverlässig lesen und zitieren können. Genau das macht unser kostenloser Check: Er kontrolliert unter anderem,
- ob die robots.txt (eine Datei, die Suchmaschinen und KI-Crawlern mitteilt, was sie lesen dürfen) die gängigen KI-Crawler nicht blockiert,
- ob eine Sitemap vorhanden ist (ein Verzeichnis aller Seiten, das Crawlern die Struktur der Website zeigt),
- ob strukturierte Daten eingebaut sind (zusätzliche, maschinenlesbare Angaben im Quellcode, etwa zu Öffnungszeiten oder Angeboten),
- ob Inhalte auch ohne JavaScript lesbar sind (viele Crawler werten kein oder nur eingeschränkt Skript-Code aus),
- ob Inhalte in klarer Frage-Antwort-Struktur aufbereitet sind, die sich für Zusammenfassungen eignet.
Der Check macht bewusst keinen Wettbewerbsvergleich und behauptet nicht, ob oder wie oft eine Marke in einer konkreten KI-Antwort auftaucht. Das kann seriös niemand von außen versprechen. Er zeigt lediglich, ob die technische Basis stimmt oder wo sie fehlt.
Was jetzt sinnvoll ist
Die Entwicklung rechtfertigt keinen Aktionismus. Sie rechtfertigt, sich einmal anzusehen, ob die eigene Website die genannten technischen Grundlagen erfüllt – das kostet in der Regel wenig Aufwand, wenn man früh dran ist, statt es nachträglich zu reparieren, wenn der Traffic bereits spürbar zurückgegangen ist. Wer schon jetzt vor allem über den eigenen Namen gefunden wird (siehe Branded Searches oben), ist ohnehin in einer robusteren Ausgangslage als jemand, der stark von allgemeinen Suchbegriffen abhängt.
Früh dran zu sein kostet hier wenig – abwarten kann später mehr Aufwand bedeuten.
Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre eigene Website technisch steht: Der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check prüft das in wenigen Minuten – hier direkt testen.